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4. November / Peter

Once

Die Geschichte ist so einfach wie der Titel: Boy meets Girl, Strassenmusiker trifft alleinerziehende Immigrantin und sie machen Musik miteinander. Das war im groben schon die Story. Doch wie in einem guten Song, sind es die Zwischentöne, die “Once” zu etwas Besonderen machen.

Bei Tag arbeitet der nicht näher benannte “Guy” in der Staubsaugerreperaturwerkstatt seines Vaters. Doch den meisten Teil seiner Zeit verdingt er seine Zeit als Strassenmusiker – am liebsten Nachts, den tagsüber wollen die Leute nur Hits hören. Das etwas in seinem Herzen quersteckt, merkt man als er das erste Mal in einem Song seine Stimme erhebt. Dort ist soviel Schmerz zu hören, dass nicht nur der Zuschauer, sondern auch die einzige Zuschauerin dieses Nachtkonzert begeistert ist. Das ebenfalls namenslose “Girl” ist die erwähnte Einwanderin. Die beiden kommen sich über die Musik näher, denn auch das Mädchen ist eine begnadete Musikerin an den Tasten.

Nun erwartet man als ausgebuffter Kinogänger eine romantische Liebesgeschichte nach allen Regeln der Kunst. Doch “Once” geht nicht diesen Weg. Relativ früh wird klar, dass das Verlangen des “Guys” nicht erwiedert wird. Das ist allerdings nicht das Ende des Films, sondern der Boden eine andere Art der Erzählung

Die Low Budget Produktion wurde von einer Casting Misere begleitet, die sich im Endeffekt als Glücksgriff erwies. Cillian Murphy sollte zunächst die Titelrolle übernehmen. Jedoch musste er aus terminlichen Gründen absagen. So wurde Glen Hansard, der bis zu dem Zeitpunkt im Auftrag von Regiesseur John Carney nur für die Songs verantwortlich war, überredet den Part des “Guy” anzunehmen. Als Musiker hat Hansard mit seiner irischen Band “The Frames” viel Erfahrung, als Schauspieler hat er jedoch nur einen Part in “The Commitments” in seiner Vita stehen.

Ihm Gegenüber spielt die 1988 geborene Markéta Irglová. ebenfalls schauspielerischen Newcomerin. Sie hat zuvor mit Glen Hansard schon ein Album aufgenommen. Ihr Charakter ist geradeaus und nimmt Hansards Schicksal in die Hand, sowohl privat, als auch musikalisch. Die Chemie zwischen den beiden war so stark, dass sie mittlerweile auch außerhalb des Films ein Paar geworden sind.

Durch den Einsatz von den meisten unbekannten Gesichtern in den Hauptrollen, fällt noch mehr Aufmerksamkeit auf die Stärke des Films: Die einfach-schönen Songs und deren Macher. Man spürt deutlich, dass die Songs von den beiden geschrieben wurden. So wirkt es auch realistisch, wenn man im Film dem entstehen ihrer Musik beiwohnt. Selten erlebt man einen Film, außer bei Musicals, zu denen ich “Once” aber nicht zählen möchte, in denen die Songs in voller Länge gespielt werden. Selbst bei Musikerbiografien werden Lieder und Performances aus dramaturgischen und Tempogründen gekürzt.

Ein wenig tappt der Film in die Klischeefalle. Wenn der gelangweilte Mischer des gemieteten Tonstudios nach ein paar Takten begeistert die Regler bedient, fühlt man ein wenig aus der angenehmen Mittendrinstimmung gezogen. Doch das sind Kleinigkeiten, über die man gerne hinwegsehen kann.

Es ist wirklich schwer, bei der Beschreibung nicht in eine Aufreihung von Musikmetaphern zu verfallen. Hat man nur eine musikalische Ader in sich, bleibt es nicht aus nach dem Kinobesuch das Instrument seiner Wahl in die Hand zu nehmen. Das war das Häufigste, was man an beim Verlassen des Kinosaals vernehmen konnte.

Ich habe “Once” auf dem Filmfestival in Münster sehen dürfen. Ich war froh im Vorpann einen deutschen Verleih zu finden, so daß man wohl ab dem 17.01.2008 auch im regulären Kinoprogramm geniessen kann. In den USA war der Film zuerst auf diversen Festival ein großer Erfolg und entwickelte sich durch gute Mundpropaganda zu einem der profitabelsten Film des Jahres. Zudem ist der Film am 17.11. im Rahmen des “WDR 2 Festivalskinos” in Münster zu sehen.

Zum Abschluss noch ein paar Bilder aus dem Film, unterlegt mit einem der schönsten Songs daraus: “Falling Slowly”:

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  1. brotkrumenspur / Nov 5 2007

    Die sind ja ein Ausbund an Niedlichkeiten, he, he, bin gerade nicht in Stimmung für verschnupfte Tramps ;) – aber die Chaplin-Geschichte ist was für die Großeltern: merk ich mir!

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