• Happy Birthday, Marty

    von  • 17. November 2007 • Filmnews

    Marty

    Lieber Mr. Scorsese,

    gerade habe ich erfahren, dass Sie heute ihren 65. Geburtstag feiern. Dazu wollte ich dann doch kurz ein paar Worte schreiben und wünsche einem der der am schnellsten sprechenden Regisseure des US-Kinos alles Gute.

    Vielen Dank für ihre großen Filme über die letzten fast vier Jahrzehnte. Angefangen durch dass biografisch geprägte Werk “Mean Streets” (die Corman Auftragsarbeit “Boxcar Bertha” lasse ich aussen vor) haben sich in Hollywood die Türen für ihre Visionen geöffnet. Seither bedienen Sie das Kinopublikum mit Ihren großen Werken. Robert De Niro wäre ohne Sie nicht, der Mann der er heute ist. Ebenso verhelfen sie heutzutage Leonardo DiCaprio zu einer Credibiltät, die ihm viele nach “Titanic” und “Romeo & Juliet” abschreiben. Selbst Tom Cruise verdankt ihnen mit “The Color of Money” seinen ersten Film, in der er nicht nur als Eye-Candy eingesetzt wurde.

    Den exessiven und auch selbstzerstörerischen Lebensstil, den sie in den 70ern geführt haben, spiegelt sich in den Film aus dieser Zeit wieder. Später spürte man in ihren epischen Werken wie “Casino” oder “Good Fellas” ihre Lebenserfahrung.

    Niemand schafft eine derart packendere Kombination aus Montagetechniken und Musikeinsatz. Schon in “Mean Streets” haben sie mit dem einfachem Einsatz der Stones und Zeitlupe De Niros Charakter zu einem erinnerungswürdigen Auftritt verholfen:

    [YOUTUBE]http://de.youtube.com/watch?v=t8uoHspbqNQ[/YOUTUBE]

    Sie leben Kino. So verdankt ihnen der seinerzeit gescholtene Voyeurthriller “Peeping Tom” mit Karlheinz Böhm seine späte Ehre. Gut zwanzig Jahre nach Drehschluß wurde er unter dem Label “Martin Scorsese präsentiert” wieder veröffentlich. Sie glaubten an den Film und seine Stärken. Endlich erkannte man einen der besten Film dieser Zeit neben “Pyscho” (der allerdings später gedreht wurde), der sich dieser Thematik annimmt.

    Und selbst einem Remake aus Hong Kong haben Sie ihren Stempel aufdrücken können, ohne das es gezwungen wirkte. Schlußendlich konnte die Academy ihre Augen nicht länger verschlossen halten und Ihne endlich den verdienten Oscar für “The Departed” zu übergeben, den sie 1991 unverdientermassen gegen Kevin CostnersDances with Wolves” verloren haben.

    Am Wochenende werde ich mir noch einen Scorese Film aus dem Regel nehmen und ihn wie eine gute Zigarre geniessen. Ich glaube die Wahl fällt auf “Good Fellas”.

    Hochachtungsvoll
    Peter Schneider

    Über

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