Filmimpressionen #3
Day of the Dead (Remake)

Statt eines Remake bekommt man es hier mit einer Neuinterpretation des Zombiethemas zu tun. So verkommt dieser Film zur Mogelpackung. Ich hatte vorgewahnt sein sollen, denn der Film beginnt mit balzenden Teenagers. Ein deutliches Indiz für Langeweile.
In der Folgezeit nimmt Regisseur Steve Miner (der die recht unterhaltsamen “Friday the 13th Teil 2″, “House” und “Lake Placid” gedreht hat) die Zeit, um die Ausbreitung der Zombieepedemie zu zeigen. Doch das Hin- und Herspringen zwischen drei Schauplätzen und das Verwenden von diversen stilistischen Mitteln, lässt einen eher vermuten, mam sieht drei unterschiedliche Filme sehen – und zwar schlechte.
Ist die Seuche erst ausgebrochen, verkommt der Film zum langweiligen und lächerlichen Spiessroutenlauf. Wer sich bisher immer über rennende Zombies geärgert hat, findet hier sein neues Feindbild. Die in Zeitraffer gedrehten Slapstick-Untoten sind einfach furchtbar. Als einer dieser Spezies in einem 180° Sprung auf allen Vieren wie Spiderman an die Sprung, hätte ich den Film abbrechen sollen. So habe ich mir die Vergewaltigung am Namen von Romeros tollen Original bis zum Ende angetan. Ein paar Punkte gibt es für Ving Rhames, der leider nur zu kurz zu sehen ist.
Go

Ich hoffe, dass Sarah Polley trotz ihres grossen Erfolges als Regisseurin von “Away From Her” uns auch weiterhin noch vor der Kamera erhalten bleibt. Vergleicht man ihre frühe Dastellung hier mit der in “Das süsse Jenseits” (OT: The Sweet Hereafter) wird ihre Bandbreite deutlich. Ihre Stärke liegt sicher in den etwas leiseren Rollen (siehe: “My Live Without Me” oder “The Secret Lives of Words“), doch auch als Gelegenheitsdealerin macht sie eine überzeugende Figur. Der Episodenfilm von Bourne Regisseur Doug Liman ist eine Achterbahnfahrt. Genau deshalb hat er seine Höhen und Tiefen.
Bin-Jip

Liebe ohne Worte. Tae-suk bricht in leerstehende Häuser ein. Dort stiehlt er jedoch nichts, sondern verbringt nur seine Zeit dort. Als er bei einer seiner Besuche auf die schüchterne Sun-hwa trifft, die in in ihrer Ehe mishandelt wird, entdeckt er eine Seelenverwandte. Wunderschön poetisch, ergreifend und Kim Ki-duk schafft es, unvergessliche Bilder auf die Leinwand zu zaubern.
Kontroll

Der U-Bahn Kartenkontrolleur Bulcsú hat sein Jahren kein Tageslicht mehr gesehen, denn nach der Arbeit verlässt er nicht das U-Bahn System von Budapest. Dieser Genreübergreifendefilm ist eine Psychostudio, Actionfilm, Thriller und Liebesgeschichte. Hauptsächlich verbringt man die Zeit mit Bulcsú samt Kollegen, sowie deren Problemen. Spannung kommt auf, als eine Mörder die Untergrundbahn unsicher macht. Sehr stylischer Film, ich habe ihn gerne gesehen, weil er eben sich eben nicht nur auf eine Genre verließ und Neues bot.
An Ihrer Seite (OT: Away From Her)

Sarah Polley vermeidet in ihrem Regiedebut viele Stolperfallen, die ein Film über die Alzheimer Krankheit beinhalten kann. Vollig unprätentiös liegt ihr Hauptaugenmerk auf dem Partner (großartig: Gordon Pinsent) der Erkankten, die ebenso fantastisch von Julie Christie verkörpert wird. Selten kann man ein deart aufopfernde Liebe auf der Leinwand sehen. Unbedingte Empfehlung, ich bekomme immer noch Gänsehaut nur beim Gedanken an den Film.
Suspiria

Traumhafte Farben, alptraumhafte Musik von Goblin. Suspiria ist mein Favorit von Argento. Manchen mögen den Film selbstverliebt in einigen Bildkompositionen/Kamerafahrten oder zu stilisiert nennen. Aber wen das stört, sollte sich keinen Argento oder andere italienische expressionistische Kollegen ansehen. Dieser Film ist eine Schönheit. Da sieht man auch über einige schauspielerische Defizite hinweg, wie das bei Argento häufig der Fall ist.
Leider hat sich Argento seit den 70ern in eine andere Richtung entwickelt, so wirkt sein aktueller Film “Mother of Tears”, der dritte Teil der von “Suspiria” begonnen “3 Mütter Trilogie”, eher wie eine Hommage an das Gore Kino eines Lucio Fulci, als eine Fortsetzung des Mysteriums um das Hexengespann.
Tagebuch eines Skandals (OT: Notes on a Scandal)

British (bzw. australian) finest at work. Judy Dench schafft es, das man sowohl Mitleid mit als auch Angst vor ihrer Figur hat. Cate Blanchett spielt überzeugend das Objekt der Begierde, das sich in einer ausweglosen Situation verzettelt. Der Drama-/Thrillermix wird kongenial durch die Musik von Philipp Glass untermalt. Ich war überrascht, wie gradlinig der Film war. Nichtsdestotrotz geht der Film der unter die Haut und bleibt lange im Gedächtnis.
Nicht der heilige Gral der Comicverfilmungen. Er verlässt sich stark auf den Charme von Robert Downey Jr. und tut auch gut daran. Auch wenn Jeff Bridges eine starke körperliche Präsenz hat, ist sein Bösewichtdarstellung eher langweilig. Stärkere innere Konflikte von Tony Stark wären wünschenswert gewesen. So fliegen die 90 Minuten relativ stromlinienförmig vorbei. Gute Unterhaltung garantiert, nicht mehr aber auch nicht weniger.





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