Da ich vor kurzem erst “Sullivan’s Travels” gesehen habe und mit “Tropic Thunder” und “Zack and Miri make a Porno” zwei weitere interessante und prominente Vertreter in den Startlöchern steht, habe ich eine Liste von “Filmen über das Filmemachen” zusammen gestellt.
Kriterium war, daß ein bestimmtes Endprodukt im Mittelpunkt stehen sollte. So fiel die wunderbare Schauspielerstudie “Ellie Parker” mit Naomi Watts oder die im Filmbusiness plazierten “Mullholland Drive” (ebenfalls mit Watts) und “Kiss Kiss Bang Bang‘” durch das Raster. Ebenso verfuhr ich mit “King Kong“, in dem ab der Hälfte der Film im Film nicht mehr von Hauptinteresse ist.
Ausserdem sollte das implizierte Werk ausschliesslich ein Film sein und keine Oper oder Theateraufführung — so kam auch “Fitzcarraldo” oder auch Pacinos “Looking for Richard” nicht in die engere Auswahl.
Biografien (z.B. “The Life and Death of Peter Sellers“) kamen genauso wenig auf die List, wie reale Dokumentationen sein. Was z.B. “Hearts of Darkness: A Filmmaker’s Apocalypse” über die Dreharbeiten von “Apocalypse Now” ausschloss.
Auch habe ich unkonventionelle Werke wie “Peeping Tom” aussen vor gelassen, da er sich zwar mit der Kunst und Kraft der Bilder befasst, aber nicht den “üblichen Weg” geht.
Zu guter Letzt sollte ich den Film natürlich gesehen habe, was immer noch “Inland Empire” ausschliesst, da ich immer noch nicht den richtigen Zeitpunkt gefunden, um das Mammutwerk von David Lynch zu sichten.
So jetzt wo wir die Regeln festgelegt haben, kommen wir zu der Liste:
Sullivan’s Travels
Preston Sturges gab uns diese wunderbare Satire auf das Filmbusiness und über das Verlangen der Filmemacher nach Werken, die etwas bewirken solllen. Der Komödienregisseur Sullivan möchte endlich etwas mit seinem Film bewegen. Um genug Erfahrungen für sein neues Projekt “O Brother, Where Art Thou?” (die Coen Brüder zollten 2000 mit ihrem gleichnamigen Film Sturges Tribut), will er sich als Tramp auf die Reise quer durch Amerika machen, damit der wohl situierte Künstler erfährt, was Elend und Armut ist. Doch so sehr er sich anstrengt, er schafft es nich aus Hollywood herauszukommen. Dabei trifft er eine gescheiterte Schauspielerin (die zauberhafte Veronica Lake, die hier tatsächlich nur “The Gril” heißt). Mit ihr zusammen macht er seine Reiseversuche. Gerade als er aufgeben will mit seinem Projekt, wendet sich das Blatt.
Sturgess vermischt hier diverse Genres. Über Slapstickkömodie, Dialogwitz, Romanze (obwohl sich Sullivan als sehr tugendhaft erweist, weil er noch verheiratet ist) Drama und Tragödie wird einiges geboten. Ein Film, der auch nach über 60 Jahren immer noch aktuell ist, Mr. Spielberg.

Sunset Blvd.
Hollywood in den 40ern. Der alternde Stummfilmstar Norma Desmond (Gloria Swanson) nimmt den Drehbuchautroen Joe Gillis (William Holden) in ihrer grossen, aber so gut wie leerstehenden Villa auf, damit er für sie ihr Comeback verfasst.
Den Film könnte ich locker auf jede Topliste setzten, die ich verfasse, den er gehört zu den wenigen wirklich perfekten Filmen. Billy Wilder zieht hier alle Register.

Living in Oblivion
Unglaublich komischer Film über die Dreharbeiten an einem Indedendent Film mit Steve Buscemi als Regisseur und der wunderbaren Catherine Keener in der weiblichen Hauptrolle. Tom DiCillo scheint aus Erfahrung zu sprechen. Die Szene mit er Traumsequenz, die ihr in dem Video sehen könnt, trifft den Nagel auf den Kopf und stellt der Filmwelt den wunderbaren Peter Dinklage als “Zwerg im Traum” vor.

Cecil B. DeMented
John Waters gibt uns diese anarchische Filmcrew rund um Stephen Dorff, der mit dem A-List Start Honey Whitlock (Melanie Griffith) seine künstlerische Version zu erfüllen will. Da er sie auf dem geschäfltichen Wege nicht buchen kann, entführt er sie kurzerhand. “Kamikaze Fimmaking” – das beschreibt “Cecil B. DeMented” recht gut.

Forgotten Silver
Auf den ersten Blick erfüllt diese Dokumentation nicht das Kriterium, da es sich anscheinend um eine Dokumentation handelt. Doch diese Fingerüberung von Peter Jackson über ein vergessenes Epos, das vor allen bekannten Filmen den Ton und die Farbe erfand, ist komplett frei erfunden.

The Blair Witch Project
“Cannibal Holocaust” mit seinem scheinbar authentischen Videofund hat es vorgemacht, doch mit der ganzen Internetkampange gewann “The Blair Witch Project” 1999 einiges an Glaubwürdigkeit. Auch gefällt mir der subtile Horror besser, als der blutige in dem Film von 1980. Wer hat damals nicht am Ende des Films eine Gänsehaut bekommen.

8 1/2
Marcello Mastroianni als Regiesseur und Künstler in einer Schaffenskrise. Bei der Arbeit an seinem neuen und grössten Film reflektiert er über sein Leben und Wirken. Der Zuschauer beginnt eine Reise in seinen Geist. Wunderbar traumschwellgerisch und allegorisch inzeniert von Frederico Fellini.

Bowfinger
Vielleicht einer der letzten Filme, in denen sowohl Steve Martin, als auch Eddie Murphy noch richtig witzig waren. Steve Martin will einene Science Fiction Film mit dem berühmten Actionstar Kit Ramsey drehen. Da er die Gage nicht zahlen kann, greift er auf eine Guerillatechnik zurück und involviert Ramsey ohne sein Wissen in die Szenen. Die übrigen Einstellungen dreht er mit einem unterbelichteten Doppelgänger (ebenfalls Murphy).

Shadow of the Vampire
Wie war es möglich, das Max Schreck den Nosferatu in Murnaus Stummfilm so überzeugend spielen konnte? Der Film gibt die Antwort und zeigt einen brillianten Willem Dafoe als Schreck.

Habt ihr noch mehr Beispiele? — Dann immer her damit.










BE KIND REWIND, AMERICAN MOVIE, … Bei http://www.filmjunk.com gab es mal einen halben Podcast zu diesem Thema … ;)
Verdammt, American Movie habe ich vergessen. Der war grossartig. Be Kind Rewind passt, da es am Ende ja auf einen Film, der die Nachbarschaft zusammenbringt, hinausläuft. Gehört hier auch rein.
Und demnächst kommt ja auch noch “Brutal Massacre”
http://www.peter-noster.de/wor.....dy-trailer
Truffauts “Day for Night”: http://www.imdb.com/title/tt0070460/
@Vagagond: Ah, danke. Der steht dann auf der “bald endlich zu sehen” Liste.
Son of Rambow
http://www.sonoframbow.com/
Film über Kinder, die einen Film drehen (Rambo)
@Moe: Oh ja, den hätte ich auch gerne rein gebracht, wenn ich ihn schon gesehen hätte. Freu mich sehr auf ihn.
SON OF RAMBOW ist sehr, sehr schön – auch in Hinsicht auf’s Filmemachen!