Science Fiction der 70er Jahre

Meine kürzliche Sichtung von “Phase IV” und der daraus resutltierende Anfrage auf twitter habe mich veranlasst, ein paar Gedanken und Tipps über den Science Fiction Film in den 70er Jahren niederzuschreiben.
Als groben zeitlichen Rahmen meiner Retrospektive habe ich an einem Ende Kubricks epochales Werke “2001” gewählt und am anderen Ende “Star Wars“, dessen Einfluss auf den Science Fiction sogar noch grösser und bis heute spürbar ist. Sind die Werke innerhalb dieses Zeitraums geprägt von Technologieangst, Zivillisationskritik, ökologischen Anliegen und dystopischen Vorstellungen, sowie in gewissen Masse geerdete in nachvollziehbarer Realität, zündet George Lucas ein Feuerwerk aus Einflüssen aus Legenden, Märchen und Filmhistorie. Der wissenschaftliche Aspekt und der analytische Erzählrythmus der von mir vorgestellten Film sind passé. Ein neue Ära des Blockbusterkinos mit Merchandisingmaschinerie hat begonnen, die viele Nachahmer findet, was bei dem übermässigen Erfolg natürlich kein Wunder ist. In meiner Retrospektive beschränke ich mich aber auf die kritischen Filme der Prä-Jedi Ära.
Los geht’s. (Hinweis: Ich habe den Artikel auf mehrere Seiten verteilt, damit die vielen Videos den Browser nicht lahmlegen. Ihr könnt am des Artikels navigieren .)
Die Module spielen verrückt
Demon Seed
Ein durchgeknallter Super-Computer names “Proteus IV” ermächtigt sich Julie Christie, in dem der sie in ein hochtechnisiertes Haus einsperrt. Sein perfider Plan: Die Frau soll ihm ein Hybrid-Kind gebären.

Colossus – The Forbin Project
Nachwuchs ist für die Supercomputer in “Colossus – The Forbin Project” nicht von Interesse. Die USA und die Sowjetunion habe unwissend voneinander eine Rechnereinheit gebaut, die den gesamten Nuklearwaffenhaushalt verwalten soll, um so menschliche Fehler zu vermeiden. Allerdings vernetzen sich die beiden Rechner und schmieden einen eigenen Plan für die Weltherrschaft.

Westworld und Futureworld
Vielleicht die Klassiker des “Robots gone Mad” Genres. In einem Freizeitpark für Erwachsene führt eine Fehlfunktionen bei den Androiden, die normalerweise keine Besucher verletzten dürfen, zu einem Amoklauf der Roboter. Und als ob man aus den Ereignissen in Teil 1 nichts gelernt hat, kommt Peter Fonda in “Futurworld” einem dunklen Geheimnis des Parks “Delos” auf die Spur.

The Stepford Wives
Vom Freizeitpark in die Vorstadt mit allen ihren reaktionären Vorzügen, denn hier sind Männer noch Männer und Frauen gute Haufrauen. Damit das so bleibt, hat die Nachbarschaft etwas ausgeheckt.

Dark Star
Philisophie mit der Bombe, mehr muss man zu John Carpenters Debut nicht sagen.











Auf genau diese Liste hab ich gewartet! Ich bin dann mal weg, muss DVDs ausleihen… ;-)
Korrekturen zu “Capricorn One”:
1. Die Dinge laufen nicht dadurch aus dem Ruder, dass die Rakete beim Start explodiert, sondern weil die Raumkapsel mit den (vermeintlichen) Astronauten beim Wiedereintritt in die Atmosphäre verglüht.
2. Es erwarten nicht Hubschrauber (Mehrzahl) die Astronauten (ebenfalls Mehrzahl) auf einem Berggipfel , sondern dies widerfährt nur einem der drei Astronauten.
Bemerkung zu “The Andromeda Strain”:
“…bunte Truppe von Wissenschaftlern…” klingt ein bischen despektierlich und nach fröhlicher Wandergruppe. Augenscheinlich handelt es jedoch wohl um die Spitzenwissenschaftler der USA, die extra für das Projekt Wildfire (dt. “Steppenbrand”) engagiert wurden.
Ansonsten eine sehr hübsche Liste, der ich spontan erstmal folgenden Film hinzufügen möchte (bestimmt fallen mir noch weitere aus meiner SciFi-Jugend ein):
“Star Crash – Sterne im Duell”
Ein sehr trashiger Star Wars-Abklatsch mit einer Caroline Munro, deren freizügiges Lack-und-Leder-Outfit mir als Heranwachsenden manchen feuchten Traum beschert hat 8)
@JoergHH – Danke für die Korrekturen. Das passiert, wenn man versucht, die Filme aus der Erinnerung zu erzählen. Muss zugeben, dass ich für die Liste nicht die Zeit genommen, alle Filme nochmal zu sichten. Aber wird sind ja hier in einem privaten Blog, da möge mir dieser Fauxpaux verziehen werden ;)
Einen Film, den ich noch ergänzen möchte, der thematisch zwar gut passt, aber in den 60ern im Jahr nach 2001 produziert wurde ist “Doppelgänger” (auch bekannt als “Journey to the Far Side of the Sun”).
Ist “Dystropie” ein Tippfehler und soll eigentlich Dystopie (ohne r) heißen, oder kenne ich das Wort Dystropie einfach nicht?
Herrje, das ist ein dummer Tippfehler und ein wenig Unwissen, weil mein griechisch eingerostet ist. Mein Lektorat hat wohl geschlafen.
Apropos Freizügigkeit:
Mir fällt gerade noch
“Flesh Gordon”
als Sex-Klamauk-Parodie zu “Flash Gordon” (letzterer kam 1980 heraus, also nicht mehr ganz in den 70ern) ein.
demon seed ist wirklich so verdammt gut. habe ich irgendwann nachts mal auf der ard oder auf arte gesehen. so gut. idee genial, stimmung einmalig!
andromeda auch so gut! habe wohl einen hang zu klaustrophobischen scripts.
battlestar galactica hatte immer tolle soundeffekte.
zardoz: sowas ist ja so toll. weil es so psychedelisch und so optisch und mutig ist. so durch. sowas gibts ja heute gar nicht mehr. ha! super! danke!
Aus irgend einem, vermutlicht nostalgischen, Grund kommen die neuen Sci-Fi Filme nicht an den besonderen Charme der “alten Filme” ran – gerade gestern mußte ich an das Ende von “2001″ denken. Da müßte man glatt ein Genre Revival starten.