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Orphan Trailer und dessen Vorgänger

Aus der Dark Castle Produktionsschmiede erscheint mit „Orphan“ eine weiterer Horrorfilm, der mich aufgrund des bisherigens Output von sterilem Hochglanzgrusel wenig bis gar nicht interessiert. Die Tatsache, daß der „House of Wax“ Remake Regisseur Jaume Collet-Serra den Film inszeniert, macht die Produktion auch nicht attraktiver.

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Jedoch hat mich der Trailer zum Nachdenken angeregt, wie häufig und mit welchen Mitteln Kinder als Gegenstand der Bedrohung eingesetzt wurden. Dabei habe ich mich auf Filme beschränkt, bei denen die Kindeheit nicht nur einen expositorischen Teil der Erzählung ausmacht, um zu erklären, warum aus dem Kleinen denn später ein Serienkiller wird. Übernatürliche, psychotische oder okkultisch besessene Kinder sind aber auf der Liste zu finden, auch wenn sie häufig unschuldig an dem schlechten Eindruck sind, den sie auf ihre Mitmenschen machen.

Im letzten Teil der Liste habe ich noch die Spoiler abgegrenzt, in dem ich entweder im Text oder im Video auf eine Wendung hinweise, die die Aufnahme in diesen Beitrag begründen.

Weitere Vorschläge für dämonische Dreikäsehochs, psychotische Plagegeister oder gespenstische Gören kann sie in den Kommentaren vorstellen.

Die Bösen

Damien Thorn in „Omen
Das ultimative Horrorkind ist und bleibt der leibhaftige Sohn des Satans.

Delia York in „Omen IV: The Awakening
Neben Damien kann seine Quasi-Nachfolgerin nur verblassen.

Andy/Jenny in „Rosemary’s Baby
Alles scheint man selber machen zu müssen, hat sich der Teufel sicher gedacht und sorgt hier höchstpersönlich für die Empfängnis.

Joshua Cairn in „Joshua
Ein ziemlich untergeganer Pyschothriller, in dem ein hochintelligenter Junge so gar nicht mit seiner Umwelt zufrieden ist.

David in „Whisper
„Whisper“ hat bei uns durch die Erstveröffentlichung auf DVD das Licht der Welt erblickt. „Lost“ Star Josh Holloway entführt den Sprössling einer reichen Mutter und macht Bekanntschaft mit dem Bösen.

Henry Evans in „The Good Son
Zu Beginn seiner Karriere hielten es die managenden Eltern von Macaulay Culkin wohl für eine gute Idee, ihn gegen sein Image aus den „Kevin“ Filmen anspielen zu lassen. Wie das Ergebnis geworden ist, kann man sich jetzt hier vorgetragen vom „Nostalgica Critic“ genüsslich und weitaus unterhaltsamer ansehen:

Rhoda Penmark in „The Bad Seed“ Die Romanverfilmung eines der aussergewöhnlichsten Promoshots überhaupt. Die scheinbar perfekte Tochter hat es mehr als faustdick hinter den Ohren.

Virginia und Elizabeth Merrye in „Spider Baby or, The Maddest Story Ever Told
Mit diesen Schwestern ist nicht zu spaßen. Wirken Sie zu Beginn noch unschuldig, ist ihr durch Inzucht und eine seltene Krankheit gestörtes Gehirn zu unerwarteten Gräueltaten fähig. Den ganzen Film gibt es bei Google Video zu sehen.
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Die Kinder aus „Village of the Damned
Hyperintelligente Kinder mit telekinetischen Fähigkeiten … so, wie die aussehen, müssen aus dem All kommen und die Erde erobern wollen? – Genau!

Die Unschuldigen

Regan Teresa MacNeil in „The Excorcist
Auch hier an erster Stelle wieder das Musterkind, wenn es um Bessenheit geht. Gerade die ruhige Erzählweise zu Beginn, die in den explosionsartigen Obszönitäten, die den Exorzismus begleiten, machen den Film immer zu einem der besten und verstörensten Filmen überhaupt.

Toshio Saeki in „Ju-On: The Grudge
Als Opfer eine Bluttat sucht der kleine Toshio mit seiner Mutter nun den Ort seines Todes heim.

Charlene McGee in „Firestarter
So richtig unschuldig ist die junge Drew Barrymoore in dieser Stephen King Verfilmung nicht. Böse Regierungsbeauftragte wollen ihre jedoch Kräfte missbrauchen, da bleibt ihr nichts anderes übrig, als sich zu wehren.

Eli aus „Låt den rätte komma in
Für mich der Horrorfilm des letzten bzw. dieses Jahres bisher, wenn man den deutschen Kinostart als Maßstab ansetzt. Soviel Ambivalenz in allen Charakteren hat man schon lange nicht mehr in einem Horrorfilm gesehen. Es ist schwer, eindeutige Gefühle für Eli, der jungen Vampirin, zu entwickeln und so merkt man, daß es einem beim Zuschauen genauso geht, wie dem jungen Oscar, der sich ihr annähert. Besser kann Immersion nicht sein.

Claudia aus „Interview with the Vampire
Wie Eli ist auch sie auf ewig in einem Kindkörper gefangen, sucht aber eine andere Erlösung.

Das Davies Baby aus „It’s Alive
Als Mißgeburt auf die Welt gekommen, braucht es eigentlich doch nur Mutterliebe. Warum versteht das denn keiner?

Dorothy Mills in „Dorothy Mills
Scheinbar schizophren redet die junge Dorothy Mills in verschiedenen Stimmen. Die behandelnde Psychologin kommt aber langsam hinter den wahren Grund für das sonderbare Verhalten des jungen Mädchens. Der Film kann leider nicht mit der äußert starken Leistung von Newcomerin Jenn Murray als Dorothy mithalten, aber allein für diese lohnt sich die Sichtung. Als RC1 DVD ist der Film in den USA schon erhältlich.

Zombie Baby aus „Braindead
Ein Spaziergang im Park mit einem Zombie Baby führt zu Komplikationen. Das hätte ich aber auch vorher sagen können.

Die Spoiler

Sadako Yamamura in „Ringu
Auch eine Vertreterin der Unschuldigen. Ihre Kindheit und die Folgen wird in den vielen Forsetzungen bis ins kleinste erklärt. Das Video zeigt die bekannteste Szene des Films, das man sich aber nur ansehen sollte, wenn man „Ringu“ nocht nicht gesehen hat.

Alice Spages in „Alice Sweet Alice“ aka „Communion“
Alles deutet darauf hin, daß die junge Alice ihre Schwester (Brooke Shields in ihrer ersten Kinorolle) bei deren Kommunion umgebracht hat. Ein twistreicher Film über religiösen Fanatismus und dessen Auswüchse mit toller Atmosphäre.

Tomás aus „El Orfanato
Der enstellte Sohn einer Mitarbeiterin in einem Waisenhaus kehrt als Geist zurück und seine Absichten sind nicht so böse, wie es zu allerst den Anschein macht. Klassischer Grusel mit einem todtraurigen Ende machen – ein Highlight des letzten Jahres.

Die Kinder aus Ils – Them!
Das Verstörenste an dem Film ist wohl die Auflösung, die ähnlich nihilstisch ist wie in „Funny Games„.

Gage Creed in „Pet Sematary
Gage ist der tragischste Fall dieser Liste. Er kommt bei einem Unfall ums Leben und weil sein Vater die Trauer nicht bewältigen kann, begräbt er ihn auf einem Indianerfriedhof, der Tote wieder auferstehen lässt. Die Zurückgekehrten entwickeln allerdings einen Mörderinstinkt, so auch der kleine Gage, dessen Erlösung wirklich sehr zu Herzen geht.

5 Comments

  • 13. März 2009 - 22:35 | Permalink

    Vielen Dank für diese Zusammenstellung!

    Eine der eindrücklichsten Szenen mit Kind ist für mich immer noch am Anfang von Zack Snyders Dawn of the Dead-Remake (nicht die Geburtsszene später, die ist schlicht exploitativ und gross), als das kleine (dann Zombie-)Nachbarsmädchen Anas Freund angreift. Bereitet mir heute noch gelegentlich schlaflose Minuten.

    Edit von Peter:
    Link zu der Szene

  • 13. März 2009 - 22:42 | Permalink

    @rrho – Stimmt. Und in dem Zusammenhang muss ich noch an das Night of the Living Dead Original denken. Dort gibt es auch das Mädchen, daß nach ihrer Verwandlung in einen Zombie die Eltern ißt, was mal sehr verstörend und auch auf einer metaphorischer Ebene funktioniert. Beides zwar keine Protagonisten, aber starke Szenen.

    Link zum kompletten Film

  • 15. März 2009 - 12:53 | Permalink

    Ein zum schreien komischer Eintrag in das Genre war die Pro7 Produktion ‚Gonger‘ (lief glaube ich vor einem halben Jahr und war groß angekündigt).

    http://www.imdb.com/title/tt1213643/

    Ein böser Wattgeist, unterirdische Darsteller und Twists und Turns aus dem Rezeptbuch.

  • 18. März 2009 - 01:30 | Permalink

    Einer ist mir auch nohc eingefallen:

    Die Brut aus „The Brood“ – ein Film mit einer der verstörensten Geburten.

  • 25. März 2009 - 21:32 | Permalink

    alles nichts gegen echte kinder. °_°‘

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