Filmbesprechungen

Monsters vs. Aliens 3D – Review

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Die von vielen Filmschaffenden mit großem Budget angekündigte Filmrevolution ist aus dem mordernen Animationsfilm schon nicht mehr wegzudenken. Nahezu jede Neuerscheinung der führenden Studios setzt auf einen parallelen Start der herkömmlichen Fassungen nebst 3D Version des Films. Mit „Monsters vs. Aliens“ stand für mich der erste räumliche Film der neuen Generation auf dem Programm. Der Aufwand seitens des Zuschauers ist immer noch der gleiche, wie schon bei den Etablierungsversuchen in den 50ern und 80ern, nur das die Brille endlich farbechten Film zeigen kann. Man könnte interpretieren, daß die Industrie immer dann auf die räumliche Technik setzt, sobald sie einer gewinnschmälernden Gefahr gegenüber steht. War es im 50er Jahren das Fernsehen, sah man sich in den 80ern gezwungen, dem boomenden Videomarkt etwas entgegenzusetzen, so sehen sich die großen Studios heutzutage aufgrund der Raubkopierer offenbar kurz vor dem Ruin.

Das letzte räumliche Erlebnis, an das ich mich noch persönlich erinnere ist eine 3D-Folge von „Klimbim“ in denen Ingrid Steeger und Elisabeth Volkmann ihre sekundären Geschlechtsteile tiefenwirksam in die Wohnzimmer schoben. Das alles wirkt aber farblos gegen die Sinneseindrücke, die das moderne IMax Kino zu bieten hat. „Monsters vs. Aliens“ beginnt mit einer Szene in einem Asteroidenfeld im All und man hörte das ganze Publikum versonnen kichern. Diese Einstellung mit starker Tiefe vermochten es, überzeugte den Vorteil der Technik, denn man saß nicht mehr vor der Leiwand, sondern die Meteroiten waren dirket vor einem. Von einem Bekannten habe ich gehört, daß seine junge Tochter die Asteroiden aus der Luft greifen wollte … jetzt kann ich das nachvollziehen. Ein Haken bei der Projektionstechnik ist mir allerdings aufgefallen: Sobald man den Kopf nur ein wenig neigt, sieht man die Bilder auf der Leinwand doppelt, beinahe so, als ob man die Brille nicht trüge. So musst ich mir während der gesamten Laufzeit immer innerlich ermahnen, den Kopf doch für die optimale Erfahrung doch bitte gerade zu halten.

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Nach den technischen Geplänkel kommen wir zu dem eigentlich Wichtigem. Die Geschichte und ihre Protagonisten. Und in diesem Punkt hinkt „Monsters vs. Aliens“ der Technik leider hinterher. Das beginnt bei der Wahl der Heldin. Susan steht kurz vor der Hochzeit mit ihrem im wahrsten Sinne des Wortes Angebeteten, der bei einem lokalen Sender das Wetter ansagt. Die geplanten Flitterwochen in Paris werden am Hochzeitstag über den Haufen geworfen, als Derek ein Jobangebot als Nachrichtensprecher in der Provinz bekommt. Das bleibt nicht die einzig böse Überraschen am vermeintlich schönsten Tag für Susan. Ein Meteroid mit einer außerirdischen Substanz trifft sie, mit der Folge, daß sie auf 15m anwächst und daraufhin von einem geheimen Arm des Militärs eingefangen wird, der sich darauf spezialisiert hat, alle Monstrositäten seit dem zweiten Weltkrieg einzufangen. So landet Susan in einer Top Secret Einrichtung mit einer Gruppe Monster, die alle Vorbilder vor allem amerikanischen 50er Jahre B-Movies haben. Man trifft auf Missing Link, der dem Schrecken des Amazonas ähnelt, B.O.B. Ist eine gallertartige Masse, wie der Blob, Professor Kakerlake bekommt wie Vincent Price in „Die Fliege“ die Welt durch Insektenaugen zu sehen. Nur die große Larve verdankt ihren Aufritt dem japanischen Monsterfilm. Als nun ein egomanischer Außerirdischer die Spur des Materials aufnimmt, daß Susan in Gigantica verwandelt hat, sieht die Regierung keine andere Wahl mehr, die Monster in die Schlacht gegen die Alieninvasion zu schicken.

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Leider spielt sich der Film genauso ab, wie diese Aufzählung von Referenzen klingt. Die Figuren erfüllen nur den Zweck, um ihren Klischee, welches von dem ersten Auftauchen etabliert wird, gerecht zu werden. Was am meisten verwundert, mit welcher Gleichgültigkeit die eingefangenen Monster ihrer Situation begegnen. Scheinbar halten sie es eher für einen Kururlaub, denn für einen geheimes Gefängnis. Dem steht Susan auch in nichts nach. Nach ihrer Gefangennahme lamentiert sie hauptsächlich über den Verlust ihres Bräutigams, denn über die Quarantänesituation. Dieser Charakterzug gibt auch den Aufhänge für ihre größten Wandel in ihrer Persönlichkeit im Laufe des Films. Verwunderlich fande ich allerdings das Alter von Susan. In den Clips hatte ich sie für deutlich jünger und daher auch identifizierbarer für die Zielgruppe eingeschätzt. Daß sie aber eine Braut ist, die von Emanzipation weit entfernt ist und ganz konservative Wünsche hat, habe ich nicht erwartet.

Wenn bei Pixarfilmen Erwachsene und Kinder an den selben Stellen über unterschiedliche Dinge lachen, ist das die große Kunst der Komik. Leider versagt hier „Monsters vs. Aliens“. Ich will nicht ausschließen, dass vor allem Kinder ihren Spaß haben werden, denn es passiert wirklich viel in dem Film, was die Action betrifft. Auch wird das Auge durch eine freundliche Farbpalette erfreut. Was ich jedoch fragwürdig bei dem Slapstickhumor finde, ist der überraschend beiläufig abgetane Gewaltanteil. Da werden Figuren aus Versehen erschossen (auch wenn es nur Klone sind, worüber man dann auch wieder eine Ethikdiskussion starten könnte), um einen Lacher zur erreichen. Und der goldenen Komikregel der Drei auch gleich drei mal hintereiander.

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Bei der Besetzung durfte man in der US-Version auf eine illustre Schar von Sprechern zurück greifen. Stephen Colbert als Präsident war als Idee besser, als die Ausführung. Sein Charakter war einfach zu beliebig und ich konnte seinen spontanen Ausbrüchen überhaupt nichts abgewinnen (Axel F. nach der ganz netten „Unheimliche Begegnung der 3. Art“ Anspielung anyone?). Da ich leider nur die deutsch synchronisierte Fassung sehen konnte, musste ich auf einiges an Charme von ich denke aller Lieblingsfigur B.O.B. verzichten, der im Original kongenial von Seth Rogen gesprochen wurde (durch viele Clips konnte ich einen Vergleich aufstellen). Gerade Diana Amft als Susan war völlig farb- und völlig leblos, was für eine Protagnostin untragbar ist. Ralph Möller als Missing Link war nicht ganz so schlimm wie erwartet, was aber kein Gütesiegel sein soll und darf.

Als Eventfilm für Kinder mag „Monsters vs. Aliens“ noch funktionieren, doch als erwachsener Zuschauer und gerade als Filmliebhaber fühlte ich mich wirklich unterfordert, dazu war die Anspielungen zu plump (ich finde Missing Link zum Beispiel einfach hässlich designt) oder zu zufällig, wie die den kubrickschen War Room. Die wenig gehaltvolle Handlung tut im Endeffekt nicht mehr, höchstens weniger, als der Titel verspricht.

[imdb]0892782[/imdb]

5 Comments

  • Timo
    22. April 2009 - 10:23 | Permalink

    Schöne Kritik, aber wieso verbreitest Du diese nachweislich falsche Propaganda?

    … so sehen sich die großen Studios heutzutage aufgrund der Raubkopierer kurz vor dem Ruin.

    Univers

  • 22. April 2009 - 10:26 | Permalink

    da fehlt eigentlich ein wort, daß vorher noch drin war: „offenbar“. Wollte hier keine Propaganda schüren, sondern eher auf die Kontinuität der Ereignisse bei Forcierung dieser Technil

  • Timo
    22. April 2009 - 10:27 | Permalink

    verdammt zu schnell abgeschickt:

    Universal Vivendi hat 2008 4750 Millionen Als Eregebnis vor den Steuern gehabt. ( http://preview.tinyurl.com/d6jvuw ) – Natürlich war das schon mal mehr, aber die Probleme der Studios sind sehr viel größer, als dass diese sich durch Filesharing zusammenfassen ließen.

  • Timo
    22. April 2009 - 10:34 | Permalink

    @Peter:
    kann ich gut nachvollziehen, allerdings da ist die Einführung von LCD-Fernsehern/-Beamern und HDTV noch maßgeblicher daran beteiligt. Außerdem findet wieder ein ähnlicher Wechsel der Sehgewohnheiten wie in den Sechzigern statt, was die Inhalte angeht. Auch wenn es schon oft genug überall beschrieben wurde, die Tendenz geht massiv Richtung Fernsehserien. Das grundsätzliche Ensemble-Erzählen über weite Plots wird immer mehr zum Standard.

    Und mich hat viel mehr das Wort Raubkopierer gestört, dabei handelt es sich um ein gräßliches Kunstwort.

  • 22. April 2009 - 10:43 | Permalink

    @Timo – guter punkt mit der Heimkinotechnik. Und ich kann das Aufstossen bei gewisser Wortwahl nachempfinden, geht mir häufig auch so. Habe es mir in der Argementationskette auch etwas einfach gemacht, aber die Marktlage sollte nicht der Schwerpunkt des Beitrages sein. Die vedient sicher seinen eigenen Artikel.

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