Augensuppe – Keeping an eye on eyes in film
von Peter Schneider • 17. März 2010 • Sonstiges
Die Augen gelten ja gemeinhin als Fenster zur Seele. Und auch bei Schauspielern gehören sie zu den stärksten Waffen, die sie benutzen können. Zeit also, sich dieses Werkzeug mal genauer anzusehen.
In meinem neuen tumbleblog “augensuppe.soup.io” habe ich unter dem Motto “Keeping an eye on eyes in film” schon viele Beispiele gesammelt. Dabei habe ich mich speziell auf Großaufnahmen der Sehorgane beschränkt. Denn auch aus nächster Nähe vermag ein Augenpaar die ganze Bandbreite der Gefühle darstzustellen.
So sieht man beispielsweise in dieser extremen Nahaufnahme den schieren Terror in “The Texas Chainsaw Massacre” auch ohne den Film und dessen Verlauf zu kennen.

Absolute Gelassen- und Überlegenheit ist in dem Blick von Clint Eastwood zu erkennnen, der Meister des “Stare Down“.

Ein ähnliche Entschlossenheit, aber mit einer Prise Wut sieht man in den Augen von “Lady Snowblood“.

Im Horrorfilm stehen die Augen sehr häufig als Stilmittel im Mittelpunkt. So können sie Schrecken verbreitet wie in “Ringu” oder sind Indikator, daß mit dem Gegenüber definitiv etwas nicht in Ordnung ist (Bild aus “The Living Dead at the Manchester Morgue“).

Natürlich ist das Auge auch das Hauptwerkzeug der Voyeure, wie in “Psycho” zu sehen ist.

Da das Auge eines der empfindlichsten Stellen am Körper ist, führte es auch in “Un Chien Andalou” zu einem der ersten Tabubrüche der Filmgeschichte. Der gesamte Film mit der besagten Augenbehandlung ist hier zu sehen.

Die reflektierende Oberfläche der Augen lädt zu Kameratricks ein, die in Zeiten der digitalen Tricktechnik natürlich häufiger und einfacher zu produzieren geworden sind. Ein frühes analoges Beispiel ist allerdings ein Bild aus der Eröffnungssequenz von “Goldfinger“, in der Bond im Auge der ablenkenden Verführerin den Attentäter erkennt.




Wie stark die Augen auch Menschlichkeit definieren, ist durch den Begriff des “Uncanny Valley” bekannt. Bis zu einem gewissen Grad ist man bereit, eine künstliches Wesen emotional zu akzeptieren. Je menschenähnlicher dieses jedoch wird, desto geringer wird diese Akzeptanz und kehrt sich sogar um. Beispiele im Film: “A.I.“, “Surrogates” oder “Star Trek: First Contact“). Als Zuschauer kennt man den Effekt villeicht wenn man sich Filme wie “Final Fantasy: The Spirit Within” oder “Beowulf” von Robert Zemeckis anschaut. Die künstlich erzeugte Realität kann beim Publikum eine Entfremdung von den Figuren im Film bewirken, was nicht zuletzt an dem fehlenden menschlichen Funken im den Augen liegt.



Geschicktes Schattenspiel können die besten Features einer Schauspielerin unterstreichen (Ann-Margret in “Cincinnati Kid“)

Oder man setzt das Ausfallen des Markenzeichens einer Darstellerin als Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte ein. (Audrey Hepburn in “Wait Until Dark“)

Zum Abschluss noch zwei meiner perönlichen Lieblinge:
“Carrie”

Mehr Blicke könnte ihr auf jetzt noch auf augensuppe.soup.io erhaschen. Aber gebt mir nicht die Schuld, wenn Ihr Euch hinterher beobachtet fühlt.

