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Augensuppe – Keeping an eye on eyes in film

Die Augen gelten ja gemeinhin als Fenster zur Seele. Und auch bei Schauspielern gehören sie zu den stärksten Waffen, die sie benutzen können. Zeit also, sich dieses Werkzeug mal genauer anzusehen.

In meinem neuen tumbleblog „augensuppe.soup.io“ habe ich unter dem Motto „Keeping an eye on eyes in film“ schon viele Beispiele gesammelt. Dabei habe ich mich speziell auf Großaufnahmen der Sehorgane beschränkt. Denn auch aus nächster Nähe vermag ein Augenpaar die ganze Bandbreite der Gefühle darstzustellen.

So sieht man beispielsweise in dieser extremen Nahaufnahme den schieren Terror in „The Texas Chainsaw Massacre“ auch ohne den Film und dessen Verlauf zu kennen.

Texas Chainsaw Massacre

Absolute Gelassen- und Überlegenheit ist in dem Blick von Clint Eastwood zu erkennnen, der Meister des „Stare Down„.

The Good, the Bad and the Ugly

Ein ähnliche Entschlossenheit, aber mit einer Prise Wut sieht man in den Augen von „Lady Snowblood„.
Lady Snowblood

Im Horrorfilm stehen die Augen sehr häufig als Stilmittel im Mittelpunkt. So können sie Schrecken verbreitet wie in „Ringu“ oder sind Indikator, daß mit dem Gegenüber definitiv etwas nicht in Ordnung ist (Bild aus „The Living Dead at the Manchester Morgue„).

Ringu
Living Dead at Manchester Morgue

Natürlich ist das Auge auch das Hauptwerkzeug der Voyeure, wie in „Psycho“ zu sehen ist.

Psycho

Da das Auge eines der empfindlichsten Stellen am Körper ist, führte es auch in „Un Chien Andalou“ zu einem der ersten Tabubrüche der Filmgeschichte. Der gesamte Film mit der besagten Augenbehandlung ist hier zu sehen.

Un Chien Andalou

Die reflektierende Oberfläche der Augen lädt zu Kameratricks ein, die in Zeiten der digitalen Tricktechnik natürlich häufiger und einfacher zu produzieren geworden sind. Ein frühes analoges Beispiel ist allerdings ein Bild aus der Eröffnungssequenz von „Goldfinger„, in der Bond im Auge der ablenkenden Verführerin den Attentäter erkennt.

Goldfinger
Spiderman 2
V for Vendetta
Tideland

Wie stark die Augen auch Menschlichkeit definieren, ist durch den Begriff des „Uncanny Valley“ bekannt. Bis zu einem gewissen Grad ist man bereit, eine künstliches Wesen emotional zu akzeptieren. Je menschenähnlicher dieses jedoch wird, desto geringer wird diese Akzeptanz und kehrt sich sogar um. Beispiele im Film: „A.I.„, „Surrogates“ oder „Star Trek: First Contact„). Als Zuschauer kennt man den Effekt villeicht wenn man sich Filme wie „Final Fantasy: The Spirit Within“ oder „Beowulf“ von Robert Zemeckis anschaut. Die künstlich erzeugte Realität kann beim Publikum eine Entfremdung von den Figuren im Film bewirken, was nicht zuletzt an dem fehlenden menschlichen Funken im den Augen liegt.

Surrogates
A.I.
Star Trek: First Contact

Geschicktes Schattenspiel können die besten Features einer Schauspielerin unterstreichen (Ann-Margret in „Cincinnati Kid„)

Cincinnati Kid

Oder man setzt das Ausfallen des Markenzeichens einer Darstellerin als Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte ein. (Audrey Hepburn in „Wait Until Dark„)

Wait till Dark

Zum Abschluss noch zwei meiner perönlichen Lieblinge:

Black Narcissus
Black Narcissus

Carrie
Carrie

Mehr Blicke könnte ihr auf jetzt noch auf augensuppe.soup.io erhaschen. Aber gebt mir nicht die Schuld, wenn Ihr Euch hinterher beobachtet fühlt.

4 Comments

  • 17. März 2010 - 16:36 | Permalink

    vor allem das italienische genrekino hat ja (auch weit über leone hinaus) geradezu einen fetisch entwickelt, was close-ups von augen betrifft. fulcis manhattan baby zB lässt kaum mal 5 minuten ohne einen solchen close-up vergehen.

    schöne idee jedenfalls!

  • 17. März 2010 - 16:37 | Permalink

    Danke. Werde meine DVD Sammlung noch mal nach den Genreperlen durchforsten. Ein paar sind ja schon im Link zu finden.

  • JF
    18. März 2010 - 17:16 | Permalink

    Gute Idee. Die hier dürfen doch aber nicht fehlen: Moria-Ork kurz vor dem Balrog (TFOTR), Theoden kurz vor der Erweckung, Gandalf nach dem Kampf mit dem Balrog auf dem Berg (beides TTT), Smeagol>Gollum während der Verwandlung in der Höhle (Intro, TROTK)… 😉

  • 19. März 2010 - 00:20 | Permalink

    Hach, wunderbar, von Gänsehaut bis Lachanfall war alles dabei

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