Filmbesprechungen

Die Filme meines Lebens #3 – 1975

Ich habe die Serie „Filme meines Lebens“ nicht vergessen. Es geht weiter mit Teil 3.

#1
Jaws, Regie: Steven Spielberg

An dem weißen Hai in diesem Jahr kam keiner Vorbei. Er definierte den Blockbusterbegriff. dabei wird aber gerne vergessen, was für einen großartigen Film dort gemacht hat. Zum Ende wird er sogar zu einem Kammerspiel und man hat das Gefühl wirklich mit den Männern auf dem Boot zu sein, gerade weil sich Spielberg nicht zu viel oder zu wenig Zeit gelassen hat, die Haijäger auch ohne den großen Weißen, agieren zu lassen. Denn dieser ist tatsächlich weniger zu sehen, als man vielleicht in Erinnerung hat, was der Musik und der geschickten Schnitttechnik zu verdanken ist. Umso unvergesslicher ist der erste unvermittelte Auftritt – immer noch eine meiner Lieblingsszenen überhaupt.

#2
Picnic at Hanging Rock, Regie: Peter Weir

„Picknick am Valentinstag“, wie der Film auf deutsch heißt, ist ein enigmatisches Meisterwerk des australischen Regisseurs Peter Weir. Gesehen habe ich ihn das erste Mal, als ich noch zu jung dafür war, um ihn zu verstehehen – was im Grunde genommen bei vielen Filmen der Fall ist. Aber auch bei der letzen Sichtung vor zwei Jahren bleibt der Film rätselhaft, aber gleichfalls hypnotisch. Die jungen Mädchen an der Schwelle des Erwachsenseins lassen dem ganzen Geschehen eine latenten sexuellen Unterton mitschwingen, der so geheimnisvoll ist, wie man sich zu der Zeit fühlt.

#3
One Flew Over the Cuckoo’s Nest, Regie: Milos Forman

Die 70er waren für mich die Blütezeit von Jack Nicholson. Nie war er vielfältiger als in diesem Jahrzehnt. Und in diesem Film hat er einen gleichwertigen Gegner, sowohl in Bezug auf seinen Leinwandcharakter, als auch im künsterlischen Sinne. Nurse Ratched, gespielt von Louise Fletcher ist nicht zu Unrecht eine der ikonischten Bösewichte der Filmgeschichte. Dabei erwies sich Fletcher als Glücksgriff, vor allem da sie erst eine Woche vor Beginn der Dreharbeiten an Bord kam, nachdem Anne Bancroft, Colleen Dewhurst, Geraldine Page, Ellen Burstyn, Jane Fonda, Shirley MacLaine sowie Angela Lansbury abgesagt hatten. Auch der Rest der Besetzung bleibt ewig in Erinnerung, so daß jeder Film, der in einer Anstalt spielt, automatisch mit diesem verglichen wird und er zum Synomym für das Genre geworden ist.

#4
Monty Python and the Holy Grail, Regie: Terry Gilliam, Terry Jones

Viele Worte muss man um den ersten Kinofilm der Pythons nicht verlieren. Mit einem Schlag schaffen sie einen Humorrundumschlag, der auch über 30 Jahre nach dem erscheinen nichts von seiner Frische verloren hat. Legendär ist die sprunghafte Handlung und das mehrfache Durchbrechen der vierten Wand, was zu einem besonders surrealen Finale führt. Ein Film der nicht nur aufgrund seiner Episodenhaftigkeit nie langweilig wird.

#5
The Holy Mountain, Regie: Alejandro Jodorowsky

Nach dem surrealen Spagetthi Western „El Topo“ konnte Regisseur Alejandro Jodorowsky über eine weitaus größere Menge Geld verfügen, um sein nächstes Projekt zu finanzieren. Die Produzenten erwartete wohl einen weiteren einträglichen Western, doch darauf ließ sich Jodorowsky nicht ein. Sein kryptisches Mammutwerk voller symbolschwangerer Bilder entzieht sich jeglichen erzählerischen Konventionen, über die „El Topo“ zum Teil noch verfügte.

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