Sonstiges

Dennis Hopper 1936-2010

Dennis Hopper war einer der prägensten Rebellen des Filmbusiness, der nach einigen Fernsehauftritte seine Leinwandpräszenz in den James Dean Filmen „Rebel without a Cause“ und „Giants“ zeigen konnte. Mit Dean verband ihn auch eine persönliche Freundschaft, so daß sich dessen Tod auch auf seine Arbeit ausgewirkt hat. Seine wachsende als schwierig geltende Reputation verwehrten ihm den Durchbruch verwehrt und so sah man ihn weiterhin vermehrt in TV Serien.

Über den B-Movie Produzenten Roger Corman lernte er Peter Fonda kennen, mit dem er „Easy Rider“ inszenierte, nichts weniger als eines der Fundamente der „New Hollywood“ Bewegung und eine weitere Schritt, seinen Ruf als Außenseiter zu zementieren. Als sich die 60er ihrem endgültigen Ende neigten, wurde es auch für Hopper immer schwieriger, den Erfolg von „Easy Rider“ zu wiederholen oder auch nur annähernd zu erreichen. Er drehte viele Low Budget Filme und auch in Europe und festigte sein Image als prototypischer Psychopath. Zu der Zeit wurde der Drogenkonsum auch immer mehr zum Lebenstil seiner Wahl.

Die breite Öffentlichkeit und die Kritik wurde er vor allem wieder durch „Apocalypse Now“ und „Rumble Fish“ (beide Francis Ford Coppola) bekannt. 1983, während der Drehbarbeiten zu „Rumble Fish“ begann er eine Drogenthearpie. So war er clean, als er einen der dunkelsten Charaktere der Filmgeschichte spielte. Sein Frank Booth in „Blue Velvet“ (David Lynch) ist wahrscheinlich durch seine Unberechentbarkeit und Hintergründigkeit auch deshalb so furchterregend, weil Hopper viel seiner (Drogen-)Erfahrung in die Rolle legen konnte.

Mit seiner Regiearbeit „Colors“ (mit Sean Penn und Robert Duvall) konnte er auch wieder als Filmemacher Erfolge erzielen. Immer noch wurde er gerne als Bösewicht („Speed“, 1994) besetzt, konnt aber auch als loyaler Vater in „True Romance“ (1993) glänzen in einer der wohl besten Szenen der 90er. Auch in dem wilden Sequel (Tobe Hooper, 1986) zum „Texas Chainsaw Massacre“ steht er kämpfend auf der guten Seite, was ihm, wie ich finde, auch gut steht, aber der Film ist auch einer meiner „Guilty Pleasures“

Vielleicht hat „Waterworld“ (1995) geschafft, was der desaströse „Super Mario Bros.“ zwei Jahre zuvor nicht geschafft hat. Nämlich Hoppers Besetzungchancen für A-Rollen zu versenken. In den späten 90ern und 2000ern trat er wieder in vielen kleinerern Produktion auf, von denen einige aber immer noch sehenswert sind. In „Land of the Dead“ (2005) darf er noch einmal den „scenery chewing“ Antagonisten geben, für den er so bekannt ist.

Neben seiner Filmarbeit ist er seit den 60ern auch als Fotograf, Maler, Bildhauer und Kunstsammler angesehen. So kann man demnächst im Museum of Contemporary Art, Los Angeles eine Ausstellung mit Hoppers Werken sehen, für die sich Julian Schnabel als Kurator verantworlich zeigt.

Gestern ist er in seinem Haus in Los Angeles seinem Krebsleiden erlegen. Die Krankheit hat sein Gewicht in den letzten Monaten auf 45 kg reduziert, so daß nur ein Schatten seiner selbst am 8. März 2010 die Enthüllung seines Sternes auf dem Walk of Fame besuchen konnte. Hopper war aber trotzdem sichtlich gerührt.

Ein großer Mann des Kinos geht und macht nun bewußt, dass wie lange die Erneuerung des Kinos durch viele kreative und mütige Filmschaffende wie Hopper schon her ist und ruft ins Gedächtnis, wieviel für dieser Vorarbeit zu verdanken haben. Vielleicht braucht es im Mainstream Kino wieder eine „American New Wave“, in der Filmemacher, auch wenn es Studiofilme sind, ihre Visionen ohne Beschränkungen umsetzen können.

Im Anschluß seht ihr noch eine Dokumenation, die sich gut eine Stunde lang mit Dennis Hopper beschäftig, so daß diesen komplexen Mann vielleicht etwas mehr versteht.






3 Comments

  • 1. Juni 2010 - 22:14 | Permalink

    ein großer mann, unzweifelhaft.

  • 5. Juni 2010 - 15:03 | Permalink

    Nice, aber „sichtlich gerührt.“ ist nicht korrekt verlinkt. Hätte mich jetzt interessiert 😉

  • 5. Juni 2010 - 16:40 | Permalink

    @MasteRehm Habe es mit dem Wikipedia Bild von der Zeremonie verlinkt.

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