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Media Monday #38

Einstand beim „Media Monday“ bei dem es jeden Montag Filmfragen zu beantworten gibt. Meine Antworten könnt Ihr in kursiv lesen.

1. Der beste Film mit Charlton Heston ist für mich Touch of Evil„. Heston gibt zwar später mit seiner Physis und seinem ausgeprägten Kiefer einen Prototypen der besessenen Standhaftigkeit, doch als Noir Fan muss ich einfach zu dem besseren Film greifen unter der (wenn auch durch das Studio beeinflussten) Regie von Orson Welles.

2. Jim Jarmusch hat mit „Night on Earth“ seine beste Regiearbeit abgelegt, weil er neben „Ghost Dog“ vielleicht sei, der für auch unter den Jarmusch Filmen auch auf emotionaler Ebene am besten funktionert, der zugänglichste ist. Ich mag auch die Kurzgeschichten in „Coffe & Cigarrettes“ sehr, doch zu „Night on Earth“ komme ich immer gerne zurück und man kann sich so schön darüber unterhalten, welche Episoden einem am besten gefällt, was viel über jemanden aussagt. Ich schwanke zwischen New York und Rom.wischen New York und Rom.

3. Der beste Film mit Judi Dench ist für mich My Week with Marilyn„. Vor kurzem gesehen und es hat mir gefallen, wie herzlich Judi Dench in der Rolle von Sybil Thorndike ist. Eine Seite, die man viel zu selten sieht. Ansonsten stehen auf dramatischer Seite „Notes on a Scandal“ und „The Shipping News„, für den ich eine Schwäche habe, auf der Liste.

4. Es gibt ja so manches Genre, was im Grunde so gut wie ausgestorben ist, seien es Piratenfilme oder auch klassische Western, auch wenn es (erfolgreiche) Ausnahmen von der Regel gibt (Pirates of the Carribean, True Grit). Könnt ihr euch erklären, warum diese von der Bildfläche verschwunden sind?
Gerade die erwähnten Genres sind ja mit einem höheren Budget verbunden, da sie von ihren Sets und Aufnahmen an Originalschauplätzen leben. Bekanntermaßen scheuen Studios bei Big Budget ein Risiko. Interessant wird es, wenn ein Herzprojekt ein totgeglaubtes Genre aufgreift. Glaubte man nach Sergio Leone sei zum Western alles gesagt worden, kommt Clint Eastwood in den 90ern und dreht das Meisterwerk „Unforgiven„. Einen existentiellen modernen Piratenfilm habe ich allerdings noch nicht gesehen, würde ich aber gerne.

5. Ist es euch schon einmal passiert, dass ihr erst aufgrund der Verfilmung von einem Buch erfahren hattet, welches ihr daraufhin gelesen habt und wie hat das gegebenenfalls eure Sichtweise auf den Film verändert?
Das ich erst später von dem Buch erfahren habe, kommt eher selten vor. Eher kommt vor, dass ich das Buch nach dem Film gelesen habe. „Let the Right One in“ hat mich mit seiner einzigartigen Sichtweise auf eine Außenseitergeschichte so beeindruckt, dass ich das Buch unbedingt lesen wollte, um noch mehr Hintergründe zu erfahren. Und die bekommt man auch geliefert. Aber weiterhin verdeutlicht der Roman auch, was für eine ausgezeichnete Arbeit am Drehbuch geleistet wurde, dass Autor John Ajvide Lindqvist selbst verfasst hat. Gerade als Urheber des Quellmaterials ist es erstaunlich, dass er genau weiß, welche Elemente des Buches weglassen kann und wie der Fokus der Gesichte für einen Filmadaption verändert werden muss. Es gibt Dinge im Buch, die man sich kaum auf der Leinwand vorstellen kann und möchte und die duch die Neuausrichtung des Materials auch nicht mehr nötig waren.

6. Mittlerweile gibt es zahlreiche Möglichkeiten Serien zu schauen, ob auf DVD, im Internet, Pay- oder Free-TV, aber am ehesten bevorzuge ich doch DVD/Internet. Bei aktuellen Folgen kommt einem das Netz zu gute. Aber auf kurz oder lang kommen alle Lieblingsserien, wie auch Filme als Box ins Regal. Da bin ich altmodisch.

7. Mein zuletzt gesehener Film war „La Casa Muda“ und der war nachwirkend, weil er vor der Enthüllung des Twist die schlimmsten Horrorkonventionen arbeitet. Ich glaube noch nie habe ich einen Protagonistin so schlimm gegen „Geh‘ nicht darein“ Regel verstoßen sehen. Das ergibt zwar alles im Nachhinein Sinn, zerrt aber beim unwissenden Erstseher an den Nerven und der „Suspension of disbelief“. Erst nach dem Abspann wird klar, was es mit dem Verhalten und auch mit dem Gimmick der Inszenierung (der Film wurde in einem Take, soweit technisch möglich, gedreht) auf sich hat. Und da ich nicht spoilern möchte, gehe ich darauf auch an dieser Stelle nicht näher ein.

7 Comments

  • 19. März 2012 - 13:14 | Permalink

    Hey! Noch einer mit „Im Zeichen des Bösen“ bzw. „Touch of Evil“. Hervorragende Wahl! Meine volle Unterstützung.
    „My Week with Marylin“ ist also sehenswert? Ich hadere noch mit mir, ob ich reingehen soll…

  • 19. März 2012 - 13:16 | Permalink

    Ha, sehr gute Wahl 🙂

    „My Week with Marilyn“ funktioniert besser auf der leichten Seite (erste Hälfte), als auf der Drama Seite. Aber alleine für die Fertigkeit, mit der vor allem Michelle Williams vergessen lässt, dass dies Schauspieler sind, die Schauspieler spielen, ist es sehenswert. Und es findet in einem anderen meiner Lieblingsgenres statt: „Film über das Filmemachen“

    • 19. März 2012 - 13:23 | Permalink

      Das hört sich in meinen Ohren nach einem guten Kinobesuch an. Du hast mir genug Anreize gegeben und ich mag Michelle Williams ohnehin so gerne. Ich geh rein!

  • 19. März 2012 - 13:28 | Permalink

    „La Casa Muda“ klingt interessant. Werde ich mal im Hinterkopf behalten…

  • 19. März 2012 - 15:04 | Permalink

    Stimmt, „La Casa Muda“ hört sich wirklich spannend an, schon sind wir uns wieder einig 😉

    Aber auch für „My Week with Marilyn“ konnte ich hier ein paar Argumente finden, vorher hatte ich nur eines: Michelle Williams.

    Doch eigentlich bin ich vorbeigekommen, um dich, lieber Peter, herzlich willkommen zu heißen und meine Freude darüber kundzutun, dass der Media Monday schon wieder einen neuen Teilnehmer hat akquirieren können.

  • 19. März 2012 - 16:22 | Permalink

    @wulf Danke, länger schon mitgelesen. Heute endlich mal Zeit gefunden. Zum Mitmachen. Hoffe, ich kann das jetzt regelmässig machen.

  • 19. März 2012 - 20:26 | Permalink

    Oh jetzt freue ich mich noch mehr auf a week with marilyn. 🙂
    Herzlich willkommen übrigens… 😉
    emmi

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