Filmbesprechungen

Horrorctober #1 – Death Bed: The Bed that eats

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Ein naiver Surrealismus durchzieht den Film. Ich habe gelesen, dass der Regisseur George Berry seinen einzigen Film mehrere Jahre gearbeitet hat und mittlerweile sogar vergessen hat, dass er ihn gedreht hat. Eine gewisse Ambition kann man „Death Bed“ auch nicht absprechen.

Zu Beginn wird man in das absurde Setting hineingeworfen. Ein Bett, das in einem Keller steht und atmet und stöhnt. Daneben ein Portrait diese Betts, hinter dem der Maler des selbigen seit 60 Jahren gefangen ist und als Voice-Over für den Film agiert.

Der erste Mord ist so absurd, – das sich verlaufenden Paar wird durch Schaum in das Bett eingesaugt und dann in Säure aufgelöst – dass mir ein Vergleich zu dem Enigma in „Under the Skin“ in den Sinn kam. Leider belässt es der Film nicht bei vagen Andeutungen, sondern liefert eine umfassende Erklärung für das mordende Schlafmöbel. Das verliert sich in einer märchenhaften Rahmenhandlung.

Wie viele Exploitationfilm krankt auch „Death Bed“ an Szenen, die nur zum Aufblasen der Zeit auf Spielfilmlänge dienen. Am schlimmsten wird das bei einer „Fluchtszene“ spürbar, bei der das Opfer minutenlang durch das Kellerzimmer kriecht, was sich gefühlt mehrere Minuten zieht. Gleiches gilt für mehrere Dialogszenen.

Zwischendurch tauchten aber immer wieder einige originelle Szenen auf und durch die merkwürdige Hintergrundgeschichte und die deplatziert wirkenden, aber nichtsdestotrotz unterhaltsamen Rückblenden, hat der Film auf jeden Fall eine Kuriositätenwert. Ganz extreme Verstörung aufgrund der Zurechnungsfähigkeit der Filmemacher tritt auf, als einem Darsteller die Hände bis auf die Knochen verätzt werden. Die folgende Reaktion und die Konsequenzen habe so wenig mit der Realität zu tun, dass der Film einfach als Fiebertraum eingestuft werden muss. So eine Darstellung kann wohl nur ernsthaft in den 70ern gemacht worden sein. Heute wäre er sicher ironisch eingefärbt und als reines Kunstprojekt umgesetzt.

Als Bonus sind im folgenden noch die Ess-Szenen des Bettes zu sehen:

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