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Archiv für die Kategorie ‘Filmbesprechungen’

In Meinem Himmel (OT: The Lovely Bones)

1. März 2010 Keine Kommentare

Filme, die aus dem Grabe erzählt werden, sind in der Filmgeschichte ein eigenes Genre. Dieses erzählerische Mittel stellt natürlich einige narrative Konventionen auf den Kopf. So beginnt auch “In Meinem Himmel” (OT: “The Lovely Bones“) von Regisseur Peter Jackson mit der Aussage “Mein Name ist Susie. Ich war vierzehn Jahre alt, als ich ermordet wurde.” – Ein Satz der unter die Haut geht und die Latte für die folgenden Geschehnisse sehr hoch legt.

Der Film beginnt mit den letzte Tagen der jungen Susie. In knalligen 70er Ambiente scheint ihr Leben endlich in die richtigen Bahnen gelenkt zu werden. Mit der Fotografie hat sie ein passioniertes Hobbie gefunden, mit ihrem Vater baut sie Flaschenschiffe und der süsse Gedichte schreibende Mitschüler aus England hat sie zum Wochenende eingeladen. Über allem schwebt das Damoklesschwert der fatalen Einleitung. Nachdem das Unvermeidliche eingetreten ist, driftet der Film zusammen mit Susie in die Zwischenwelt zwischen Leben und Tod ab, währenddessen die Familie mit dem Verlust und der Aufklärung des Mordes zu kämpfen hat. Der einzige Zeuge des Verbrechens war Susie selbst, die versucht aus dem Jenseits den unheimlichen Nachbarn zu stellen.

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Mein Filmjahr 2009

6. Januar 2010 7 Kommentare

Nun auch von mir – wenn auch etwas verspätet – meine persönlichen Filmhighlights der 2009 erschienenen Filme. Vorab ein paar Kandidaten, zu denen ich mir leider noch keine Meinung bilden konnte, da ich durch einen gesundheitlichen Rückschlag nicht so häufig ins Kino konnte, wie ich gerne wollte: “Antichrist“, “Milk“, “Synecdoche, New York“, “(500) Day of Summer“, “The Hurt Locker“.

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Lieber alternativ: 8 Frauen und ihre jungen Männer

29. Dezember 2009 3 Kommentare

Die Woche “zwischen den Tagen” ist traditionell ein undankbares Startdatum für Kinofilme, weshalb die Neuerscheinungen dünn gesät sind. Der interessansteste Film diese Woche ist für mich das Adoptionsdrama “Casa de los babys” und der verzichtbarste die RomCom “Lieber verliebt“. Darin findet die nach New York geflüchtete Ehefrau Catherine Zeta-Jones Gefallen an einem 15 Jahre jüngeren Mann, der zunächst nur als “Kindermädchen” geplant war. Soweit, so langweilig.

Nun habe ich mir einige Gedanken gemacht, um einige gute Alternativen zu finden, die sich auch mit Beziehungen befassen, in denen der weibliche Teil den älteren darstelllt.

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Meine Geheimtipps der letzten 10 Jahre – Teil 1

29. November 2009 Keine Kommentare

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Langsam müssen wir uns schon wieder auf eine neue Dekadenbezeichnung gewöhnen. Nach den sperrigen “Nullern” folgen nun die “Zehner”. Und da solche Wechsel immer einen Rückblick mit sich bringen, habe ich meine DVD Sammlung nach Geheimtipps der letzten zehn Jahre durchgeforstet. Eine einfache “Best Of” Liste hatte mir zu wenig Aussagekraft, zudem werdet ihr sie auch in der nächsten Zeit sicher auf der ein oder anderen Seite finden. Mit der folgenden Liste starte ich also meine perönliche Retrospektive, die Film beinhaltet, die meines Erachtens nach mehr Aufmerksamkeit verdienen, vielleicht nochmal gesehen werden sollten oder die zu ihrer Zeit untergenangen sind.

Nothing (2003)

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Nach dem klaustrophobischen “Cube” drehte Regisseur Vincenzo Natali den ernsthaften Cyberthriller “Cypher”, so war für seien dritten Spielfilm die Zeit reif, um die Sache etwas lockerer anzugehen. Herausgekommen ist eine Buddymovie, der seine Prämisse auf die Spitze treibt. Zwei Freunde, einer davon mit Agoraphobie gesegnet, wünschen sich den Stress und damit die ganze Welt weg, was tatsächlich in Erfüllung geht. Ich will nicht zuviel verraten, aber wie gesagt, Natali geht den Weg ins Nichts bis zum bitteren Ende.

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Primer (2004)

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Ganze 7000$ benötigt Autor und Regisseur Shane Carruth, um einen der intelligentesten Zeitreisefilme überhaupt zu drehen. Nachdem die beiden Protagonisten zufällig das Prinzip der Zeitreise in ihrer Containerwerkstatt entdeckt haben, beginnen sie es zuerst für sichere Gewinnen am Aktienmarkt. Im Laufe der Zeit wollen Sie aber die neu gewonnen Macht auf weiter Aspekte ihres Lebens ausweiten. Im Video könnt ihr den kompletten Film sehen.

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Ich habe keine Angst (2003)

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Dieser italienische Film zeigt, wie ein guter Jugendfilm aussehen kann und zugleich auch ein erwachsenes Publikum zu fesseln. In wunderschönen Aufnahmen und eingeteilt in Tageskapitel wird das Mysterium um einen verwahrlosten Jungen in einer Grube aufgedeckt. Dabei wird der Film ausnahmslos aus der Sicht des jungen Protagonisten erzählt und versprüht so einen ähnliche Atmosphäre, wie Guillermo del TorosThe Devils Backbone“.

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Calvaire (2006)

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Der belgische Regisseur Fabrice Du Welz holt den Backwood Film in das belgische Hinterland und lässt den Hauptdarsteller zum Opfer einer bizarren Wandlung werden. “Calvaire” ist ein vielen überzogenen Szenen nahe an der Geschmacksgrenze als schwarze Komödie erkennbar und weiß mit seinen Wendungen zu schockieren, ohne in die ausschweifenden Folterarien des Torture Porns abzudriften. Du Welz spielt bewußt mit vielen Klischees des Horrorgenres und mixt daraus eine atmosphärisch dichten dreckigen Film mit Langzeitwirkung.

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Filmimpressionen #6

9. November 2009 3 Kommentare

Mit den Eindrücken von kürzlich gesehenen Filmen, bekommt auch die Webseite ein neues Gewand. Ich habe bewußt ein Theme gewählt, das sich etwas vom Bloglayout abhebt und erhoffe dadurch mehr Übersicht. An manchen Ecken wird noch erweitert und optimiert (vielleicht fasse ich die Farben auch nochmal an), aber ihr könnt schon mal eure Meinung in die Kommentare schreiben.

The Brothers Bloom (2008)
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Im Vorfeld habe ich mich absichtlich an eine kurze Leine gebunden, was Berichterstattung und Artikel zu Rian Johnsons (“Brick“) aktuellem betraf. Das was ich sah, hat mir so außerordentlich gut gefallen, daß ich den Film als Gesamtwerk sehen wollte und nicht als Flickenteppich aus vorab gesehen Clips. So wurden meine Erwartungen natürlich immens nach oben geschraubt, die natürlich nur schwer zu erfüllen waren. Der farbenfroh inszenierte Film (ein Lob an die Ausstatter und Location Scouts) gibt sich als Mischung aus klassischem Trickbetrügerfilm mit einem leichten Geschmack nach Wes Anderson. Etwas über das Ziel hinausgeschossen wurde dann doch mit den Betrügereien, denn wie die Opfer fiel es mir schwer durch das immer mehr auftretende mangelnde Vertrauen in die Figuren, diese auch zu verstehen. Ein großes Lob muß aber an Rachel Weisz gehen, die hier eine erfrischende Mischung aus Naivität und Wagemut spielt. Vielleicht kann ich die Bloom Brüder ein zweites Mal sogar etwas mehr genießen. Denn ähnlich wie bei “Brick” muß man sich hier auf die zeitlos erscheinende Welt einlassen, die Johnson konstruiert.

Les lèvres rouges (1971)
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Eine moderne Interpretation die Geschichte des weiblichen Vampirs Carmilla, die sich hier einem jungem Paar ermächtigt. Angereichert wurde der Film mit den in den 70er Jahren beliebten Motivs der lesbischen Vampire. Hier wird viel auf Atmosphäre gesetzt. Der Blutgehalt, sowie nackte Haut halten sich in Grenzen, was den Film nicht in eine Reihe mit Jean Rollin und Jess Franco stellt. So ist der langsam erzählte “Les lèvres rouges” weniger als Horrorerotik zu sehen, sondern wirkt eher wie ein verfilmter Fiebertraum, was vor allem dem imposanten verlassenem Hotel zu verdanken ist. Die außersaisonale Abgeschiedenheit braucht sich nicht vor “Shining” zu verstecken.

Frequently Asked Questions About Time Travel (2009)
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Eine nette Zeitreiseidee, sympathisch geekige Charaktere und eine Romanze, die von der Konstallation aus einem Appatow Film stammen könnte – das sind die Zutaten von “FAQ about Time Travel”. Leider will der Film nicht so richtig zünden, das kann auch unser aller Liebling, der sympathische Chris O’Dowd (“The IT Crowd“) nicht helfen. Zu sehr wirkt das Gesehene wie eine Pilotfolge einer TV Serie. Aus der epischen Idee wurde ein Katz und Maus Spiel durch die Zeit gemacht, mit einigen originellen Dialogen, aber verschenkten Potential, um langfristig im Gedächtnis zu bleiben. Empfehlen kann ich den Film für einen regnerischen Sonntag Nachmittag.

Jerichow (2008)
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Das Beste zum Schluß. Ich bin ein großer Freund von Christian Petzolds sogenannter “Gespenster Trilogie“, welche die Filme “Die innere Sicherheit“, “Gespenster” und “Yella” umfasst. Den Bogen zu seinem letzten Film “Yella” schlägt Petzold, indem er auch hier einen Filmklassiker als Motiv für seine Figurenkonstallation heran zieht. War es zuvor noch “Carnival of Souls“, wird nun “The Postman always rings twice” in die ostdeutsche Stadt mit dem biblischen Klang versetzt. Der ehemalige Soldat Thomas (Benno Fürmann), der in Afghanistan stationiert war, kehrt in sein Heimatdorf zurück, um seine Mutter zu begraben. Von seinen Schulden heimgesucht, bezieht er das Elternhaus und versucht sich mit Minijobs über Wasser zu halten. Zufällig lernt er den wohlhabenden Türken Ali (Hilmi Sözer) kennen, dem eine Kette von Imbissbuden gehört. Thomas wird aufgrund seiner angelernten Kampftechniken nur zu gern von Ali als Eintreiber eingestellt. Ali selbst bewohnt mit seiner Frau Laura (Nina Hoss) eine im Wald abgelegenes Haus, von dem aus die Rundfahrten zu den Imbissen startet. Zwischen Thomas und Laura entfacht eine leidenschaftliche Affäre, doch scheint Laura ein Geheimnis zu hüten, daß sie an Ali bindet, was zu einer fatalen Entscheidung führt.

Petzold war schon immer ein Meister der Andeutung. Auch in “Jerichow” brauchen seine Figuren nur grobe Eckdaten, um sie verständlich zu machen. Allein das Handeln und die Interaktionen offenbaren soviel von den Wunden, dass es keiner großen Worte bedarf. Als diese dann Fallen, wirken sie nur wie eine Bestätigung. Benno Fürmann passt mit seiner Körperlichkeit so gut wie in noch keine andere Rolle bisher und Petzolds Lieblingsschauspielerin ist grandios, wie fast immer. Hier ein Mikrokosmos erzeugt, in dem das, was für die Charaktere auf dem Spiel steht, in jeder Minute zu spüren ist. Ich hatte durchgehend ein unstetes Gefühl der Gefahr in der Magengegend und wurde mit einem Ende belohnt, dass ich so schnell auch nicht vergessen werde.